Football Supporters International (FSI)

 
Selbstverständnis

Das Football Supporters International (FSI) Netzwerk hat sich zunächst aus der Zusammenarbeit von einigen, sehr unterschiedlichen fannahen Organisationen heraus entwickelt, die “Fanbotschafts-”Beratung, -Information, und –Unterstützungsangebote für Fans bei internationalen Turnieren gemacht haben. Die Kern-Organisationen des Netzwerks mit einer mehrjährigen gemeinsamen Arbeitserfahrung bei Europa-Meisterschaften und grossen internationalen Turnieren sind: die deutschen Fan-Projekte koordiniert von der KOS (Koordinationsstelle Fan-Projekte bei der dsj), F.A.N. / EURO SUPPORT, die mit den holländischen Fan-Projekten und der nationalen Fanorganisation SOVS zusammenarbeiten sowie das Progetto Ultrà aus Italien, Fanarbeit Schweiz (FaCH) und schliesslich die Football Supporters’ Federation (FSF) aus England und Wales.

Anlaesslich der letzten Turniere, wie der EURO 2004 und der WM2006 in Deutschland, konnte FSI zudem Fanbotschafts-Teams aus einer Reihe anderer Länder, einschliesslich Spanien, Frankreich und der Tschechischen Republik, in den eigenen Reihen begrüssen.

All diese genannten Organisationen sind sehr unterschiedlich im Bezug auf ihre Strukturen und Grundlagen, die sich von professionellen Fanprojekt-MitarbeiterInnen in Deutschland bis hin zur der Mitglieder-basierten, repräsentativen Fanorganisation, der FSF, in England und Wales erstrecken.
Interessanterweise und trotz aller Gegensätze im Hintergrund, haben all diese nationalen Organisationen bei internationalen Turnieren sehr ähnliche Arbeitsmethoden entwickelt im Hinblick auf die Bereitstellung von Informationen und Hilfestellung für ihre jeweiligen Fangruppen.

Als ein natürlicher Prozess, resultierend aus der Arbeit bei den Turnieren (und im Fall der FSF auch bei allen Qualifikations- und Freundschaftsspielen der Nationalteams aus England und Wales) und unserer Arbeit in unseren Herkunftsländern, haben wir uns auch immer wieder auf nationaler Ebene sowie im Vereinsfussball für die Interessen von Fussballfans auf Grundlage der folgenden gemeinsamer Prinzipien und Zielvorstellungen eingesetzt:

•  Völkerverständigung

•  Anti-Rassismus und der Ablehnung von allen anderen Formen von  Diskriminierung

•  Aktivierung der Fussball-Fan-Basis

• Förderung einer positiven Fussball-Fankulture und einer Ablehnung von Gewalt 

Basierend auf fast 20 Jahren voll angehäufter Erfahrungen in diesem Gebiet, kann das FSI Netzwerk nun auf beträchliche Erfahrungen im Bezug auf die Gewährleistung eines positiven Umgangs mit Fussballfans zurückgreifen und wird sicherlich auch weiterhin darauf hinwirken, dass Angebote dieser Art (z.B. Fanbotschaften) auf internationaler Ebene bereitgestellt werden.

Jedoch ist uns auch immer klarer geworden, dass es insbesondere im Kontext des modernen Fussballs eine immer drängendere Notwendigkeit gibt, dass Fussballfans international eine mächtige, einflussreiche und unabhängige representative Stimme in den Strukturen des Spiels haben müssen. Das FSI Netzwerk hat deshalb im Jahr 2006 den Entschluss gefasst, den Prozess zum Aufbau eines neuen, demokratischen und repräsentativen Europäischen Netzwerks für Fussballfans zu starten.

Diese Idee hat bislang nicht nur die begeisterte Untersützung von Fangruppen erhalten, die Zehntausende von Fussballfans quer durch Europa repräsentieren, sondern auch von der höchstrangigen Verwaltungsinstanz im Europäischen Fussball, der UEFA selbst. Die UEFA hat dabei – sowohl moralisch als auch finanziell – ihre Anerkennung für die FSI-Initiative im Bezug auf die Organisation des 1. Europäischen FussballFan-Kongresses, der am 06. Juli 2008 in London stattfand, zum Ausdruck gebracht. 

Bei dieser Veranstaltung wurden die Anfänge eines neuen demokratischen Netzwerks geschaffen, das die Interessen von überzeugten Fussballfans vertreten und uns die dringend-benötigte, machtvolle und kollektive Stimme innerhalb des Spiels verleihen soll!

Wohin die Organisation von hier aus geht, liegt auch an Euch!
Die ursprünglichen FSI Netzwerk Mitglieder sind der Meinung, dass ein solches Fannetzwerk klar und deutlich Position beziehen muss zu Themen wie Kommerzialisierung, Eintrittspreise, Fankultur, Diskriminierung, Stadionverbote, zu Polizei- und Ordnerverhalten etc. Es müsste ein Medienprofil entwickeln um den vorgefassten Meinungen und den existierenden Vorurteilen über Fussballfans zu begegnen und wir müssen dafür sorgen, dass wir in der Zukunft des Spiels eine vollwertige Rolle spielen!
Auf dem Kongress wurden diese Themen diskutiert und Prioritäten erarbeitet  – es ist und bleibt aber auch nach dem Kongress Eure kollektive Entscheidung, wie's weitergeht!